Im Hintergrund läuft ein Rennen um die Vorherrschaft in der Produktion von humanoiden Robotern. Konzerne und Firmen setzen sie immer mehr ein, die Nachfrage steigt.
Humanoide Roboter als Teil des Alltags dürften näher sein, als manche Denken. Brett Adcock, Gründer der Firma Figure, ein kalifornisches Unternehmen für humanoide Roboter, sieht aktuell gar einen „iPhone-Moment mit Humanoiden“. Was das bedeutet? Unter anderem die Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch eine Maschine.
Schon jetzt arbeiten etwa Figure-Roboter am Fließband in der BMW-Fabrik in Spartanburg, sagt Adcock. Ein anderer Weltkonzern testet die Roboter als Lagerarbeiter – und man darf annehmen, dass viele andere Konzerne ähnliches unternehmen. Fragt sich nur: Wann ist der Punkt, ab wann es betriebswirtschaftlich günstiger ist, um die Arbeiter im Lager durch Humanoide zu ersetzen? Bis 2030 werde sich das Rennen um die Humanoide entscheiden, meint der Figure-Gründer.
So gebe es von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein heftiges Wettrennen um die die Führung in dieser Branche. Drei Punkte seien entscheidend:
„Der erste Punkt ist, dass man Hardware für Humanoide bauen muss, die unglaublich komplex ist und niemals versagen darf, und sie muss mit menschlicher Geschwindigkeit und menschlichem Bewegungsumfang funktionieren. Der zweite Punkt ist ein Problem mit neuronalen Netzen, nicht mit Kontrollsystemen. Man kann dieses Problem nicht einfach wegprogrammieren. Man braucht einen Roboter, der über ein neuronales Netz menschenähnliche Daten aufnehmen kann, und er muss in der Lage sein, das zu imitieren, was Menschen tun. Humanoide Roboter sind nicht wie Arme, die an einen Werktisch geschraubt sind. Keiner dieser Roboter hat KI.
Das dritte Problem ist, dass man dann verallgemeinern muss. Das ist der heilige Gral der Robotik. Ein Roboter soll sich etwas ansehen, was er noch nie zuvor gesehen oder durch Sprache gehört hat, und man soll ihm sagen können, wie er es tun soll, und dann soll er in der Lage sein, diese Aufgabe mit einem einzigen neuronalen Netz zu Ende zu führen. Wenn man diese drei Dinge lösen kann, dann ist man im richtigen Jahrzehnt und im richtigen iPhone-Moment [Als Metapher für eine technische Revolution]. Und wir können getrost sagen, dass wir alle drei Probleme gelöst haben oder dabei sind, große Fortschritte zu machen.“
„Wenn wir heute 100.000 Roboter hätten, die alle funktionieren, würden unsere beiden kommerziellen Kunden sie alle nehmen Und wir könnten bis zum Wochenende fünfzig Fortune-100-Unternehmen unter Vertrag nehmen. Wir werden von der Nachfrage geradezu bombardiert. Das Angebot an Menschen wird immer geringer. Es gibt eine unbegrenzte Nachfrage. Wir könnten diesen Monat 1 Million Roboter ausliefern, wenn sie alle einsatzbereit wären.“
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Das Rennen sei auch ein geopolitisches Rennen, welches Land gewinnt, sei noch nicht entschieden. Neben den bekannten Unternehmen, wie Boston Dynamics oder Brett Adcock Figure oder Tesla, gibt es noch viele andere, von denen man bisher kaum gehört hat. Aus China kommt Unitree Robotics, auch Honda (Japan) ist vorne dabei. Doch das Wettrennen läuft zwischen China und den USA.