Vom Herd zur Hysterie? Wie Kochen zur nächsten Emissionskrise erklärt wird
Ein Forschungsbericht der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA sorgt derzeit für Aufsehen: In einer aktuellen Studie wird das alltägliche Kochen in Los Angeles als eine der Hauptquellen für Ozonverschmutzung aufgelistet – auf Augenhöhe mit fossilen Brennstoffen. Was auf den ersten Blick wie eine neutrale wissenschaftliche Beobachtung wirkt, könnte in Wahrheit der nächste Schritt in einer langfristigen Agenda zur Verhaltenslenkung und Kontrolle des Alltags sein.
Kochen = Klimasünde?
Die NOAA-Studie macht klar: Beim Braten, Grillen und Frittieren entstehen sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOCs), die in der Atmosphäre zur Ozonbildung beitragen. Das mag wissenschaftlich korrekt sein – doch die Schlussfolgerung hat es in sich. Laut den Berechnungen der Forscher verursachen Kochaktivitäten bereits jetzt rund ein Viertel der VOC-basierten Ozonbelastung in Los Angeles – und liegen damit nur knapp hinter Verkehr und Industrie.
Ein verblüffendes Ergebnis, das neue politische Begehrlichkeiten wecken dürfte.
Die eigentliche Gefahr: Die Reaktion auf die Studie
Die Studie selbst enthält keine konkreten Empfehlungen, doch gerade das macht sie gefährlich. Denn in Zeiten, in denen alles im Zeichen des „Klimaschutzes“ und der „Transformation“ steht, reichen oft schon solche Zahlen aus, um politische Maßnahmen zu legitimieren. Denkbar wären:
- Strengere Vorgaben für Gastronomiebetriebe, etwa durch Filterpflichten oder Emissionssteuern
- Verbot oder Beschränkung von Gasherden, wie es in einigen US-Städten bereits diskutiert wird
- Kampagnen zur Änderung von Kochgewohnheiten, etwa hin zu „emissionsarmem“ Dampfgaren oder kalter Küche
- Subventionierung „nachhaltiger Küchentechnologie“ – Smart Kitchen statt Bratpfanne
Eine Welle rollt – gesteuert oder zufällig?
Es ist kein Zufall, dass parallel zu dieser Studie Organisationen wie das World Economic Forum (WEF) zunehmend Empfehlungen aussprechen, die in das Privatleben der Menschen eingreifen – vom Fleischverzicht über das Reisen bis hin zur Raumtemperatur.
Auch das Kochen wurde vom WEF in der Vergangenheit thematisiert – unter anderem im Zusammenhang mit Solar-Kochtechnologien und der Förderung „verhaltensbasierter Emissionsreduktion“. Zwar war das WEF nicht direkt an der NOAA-Studie beteiligt, doch der ideologische Boden ist bereitet: Alles, was CO₂, Ozon oder Partikel verursacht, wird zunehmend als moralisch fragwürdig dargestellt. Hier, hier, hier und hier.
Was folgt, ist absehbar: Nicht das Auto, nicht die Industrie, sondern der Mensch selbst wird zur Problemquelle erklärt.
Kritik an der politischen Nutzung von Wissenschaft
Wissenschaft sollte aufklären – nicht vorschreiben. Doch in der gegenwärtigen Klimadebatte wird sie zunehmend als Werkzeug zur Rechtfertigung autoritärer Eingriffe eingesetzt. Studien wie die der NOAA werden – ob beabsichtigt oder nicht – oft zur Grundlage einer Politik, die sich nicht mehr mit technologischem Fortschritt oder Innovation begnügt, sondern auf Verhaltensveränderung durch Druck und Verbote setzt.
Die Gefahr besteht darin, dass wissenschaftliche Erkenntnisse politisch selektiv genutzt werden – und zwar immer dann, wenn sie ins ideologische Narrativ passen. Dass Emissionen aus Küchen nun eine zentrale Rolle spielen sollen, wirkt vor diesem Hintergrund weniger wie Umweltschutz – und mehr wie Kontrolle.
Fazit: Vom Klimaschutz zur Alltagsregulierung
Kochen ist ein Grundbedürfnis – keine klimapolitische Straftat. Dass nun ausgerechnet der Herd ins Fadenkreuz der Emissionspolitik gerät, zeigt, wie weitreichend die Durchdringung des Privatlebens inzwischen geworden ist. Wer ernsthaft glaubt, dass die Rettung des Planeten in der Umgestaltung unserer Küche liegt, hat vielleicht weniger das Klima im Blick als vielmehr den Menschen selbst – und seine Gewohnheiten, seine Freiheit, seine Lebensweise.
Es ist höchste Zeit, solche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen – bevor aus einem simplen Gericht ein politisches Problem wird. Denn was heute der Bratenduft ist, könnte morgen die Rechtfertigung für das nächste Verbot sein.