Sollte Donald Trump den Befehl zum Angriff auf den Iran geben, wird er keine Unterstützung der arabischen Golfstaaten erhalten. Die dortigen Regierungen wollen es dem US-Militär nicht erlauben, von den dortigen US-Basen aus gegen den Iran zu operieren oder deren Luftraum zu nutzen.
Laut regionalen Medienberichten haben die arabischen Golfstaaten kein Interesse daran, sich in einen potenziellen Krieg gegen den Iran hineinziehen zu lassen. Demnach dürfen die Amerikaner auch ihre Militärbasen in der Region nicht für mögliche Angriffe auf den Iran nutzen. Zu groß ist die Sorge, dass die Islamische Republik bei Gegenschlägen auch die wichtige Ölinfrastruktur der anderen Golfstaaten ins Visier nehmen könnte. Die Ansar Allah-Bewegung (auch als Huthis bekannt) im Jemen hat schon früher mit Drohnenangriffen auf saudi-arabische Raffinerien gezeigt, wie verwundbar das Land diesbezüglich ist.
Insbesondere Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Katar stellen sich dabei quer. Dabei sind die dortigen US-Militärbasen für Operationen der Luftwaffe und der Marine der Vereinigten Staaten in der Region – bis hin nach Afghanistan extrem wichtig. Doch die nationalen Interessen der arabischen Golfstaaten gehen vor, sodass sie in Bezug auf den schiitischen Nachbarn eine neutrale Position einnehmen.
Insbesondere auch deshalb, weil diese Länder trotz der Stellvertreterkriege in der Region (Jemen, Syrien und Irak) versucht haben, die Beziehungen zu Teheran zu verbessern und sukzessive zu normalisieren. Hierbei war es beispielsweise China, welches zwischen Riad und Teheran vermittelte, sodass nicht nur die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden “Erzfeinden” (für die extremistischen wahhabitischen Saudis sind die Schiiten im Iran Häretiker) wiederhergestellt wurden, sondern beide Länder auch noch Teil der erweiterten BRICS-Gemeinschaft wurden.
Sollte es tatsächlich zu einer größeren militärischen Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran kommen, wären die Amerikaner so noch stärker im strategischen Nachteil. Insbesondere auch deshalb, weil selbst das NATO-Mitglied Türkei kein Interesse daran haben dürfte, seinen östlichen Nachbarn zu verprellen und selbst zum Ziel iranischer Raketen zu werden. Gleichzeitig liegen auch die US-amerikanischen Militärbasen in der Region – wie auch die Flugzeugträgerverbände – geradezu auf dem Präsentierteller der iranischen Raketen.
Angesichts dieser Umstände dürfte die zunehmende US-Militärpräsenz in der Region lediglich ein Versuch einer Machtdemonstration zu sein, um Teheran in Sachen Atomprogramm und Unterstützung der Ansar Allah-Bewegung im Jemen unter Druck zu setzen. Dennoch dürfte allen Seiten auch klar sein, dass ohne die Unterstützung der Golfaraber ein ausgewachsener Krieg gegen den Iran nicht zur Debatte stehen wird.