Eine biometrische Identitätsprüfung soll schnellere Transaktionen möglich machen und für mehr Sicherheit sorgen. Es wird sogar geunkt, wir würden auf ein Ende der Karten zusteuern. Kritiker mahnen: Biometrische Daten seien die wertvollsten Daten überhaupt, und wenn sie in die falschen Hände gerieten, könnte der Schaden dauerhaft sein.
Im Juni vergangenen Jahres berichteten wir, dass Mastercard, eines der beiden großen internationalen Gesellschaften für Zahlungskarten, Zahlungen per Handflächen-, Gesichts- oder Iris-Scan für den Einzelhandel in der «Alten Welt» möglich machen will.
Jetzt will das Börsenunternehmen mit Sitz in Purchase im US-Bundesstaat New York noch einen Schritt weitergehen und bis zum Jahr 2030 die 16-stellige Kartennummer von seinen Kreditkarten entfernen und durch eine Hand- oder Gesichtstechnologie ersetzen.
«Dies wird bis 2030 die einzige Transaktionsmethode im Mastercard-System sein», wie Vigilant News schreibt. In der Zwischenzeit habe mit Visa ein anderer Kreditkartenriese die biometrische Kreditkartentechnologie zertifiziert, die sowohl die Karte als auch den Fingerabdruck des Karteninhabers scannt.
Vigilant News zitiert in diesem Zusammenhang aus einer Pressemitteilung von Mastercard aus dem Jahr 2022, als das Programm eingeführt wurde:
«Nie mehr nach dem Telefon kramen oder nach der Brieftasche suchen, wenn man alle Hände voll zu tun hat – die nächste Generation des persönlichen Zahlungsverkehrs wird nur ein kurzes Lächeln oder eine Handbewegung erfordern.
Die bewährte Technologie, die Ihr Gesicht oder Ihren Fingerabdruck zum Entsperren Ihres Telefons nutzt, kann jetzt auch dazu verwendet werden, die Kunden schneller durch die Kasse zu bringen. Mit dem neuen Biometric Checkout Program von Mastercard brauchen Sie nur noch sich selbst.»
Seit dem Start des Programms im Jahr 2022 sei diese Methode der Identifizierung durch Gesicht oder Hand für den Handel freiwillig. Doch mit der Abschaffung der 16-stelligen Kartennummer müsse eine Person gescannt werden, um den elektronischen Zahlungsdienst nutzen zu können.
Die Online-Zahlungslösung Payset kommt dabei ins Schwärmen:
«Treten Sie ein in die Zukunft der Zahlungssicherheit mit biometrischen Kreditkarten, bei denen Ihr einzigartiger Fingerabdruck sicherstellt, dass niemand außer Ihnen Ihre Karte benutzen kann.»
Weiterhin würden durch den Wegfall von PINS und Unterschriften mit einer rein «biometrischen Identitätsprüfung schnellere Transaktionen und ein nahtloses Nutzererlebnis möglich. Und es gibt mehr Sicherheit. Damit werden neue Maßstäbe für die Art und Weise, wie wir bezahlen, gesetzt.»
«Die biometrische Authentifizierung nutzt die einzigartigen biologischen Merkmale von Personen – wie Fingerabdrücke, Gesichter, Netzhäute, Stimmen oder Venen – um ihre Identität zu verifizieren. Im Falle von Kreditkarten konzentrieren sich neue Innovationen auf das Scannen von Fingerabdrücken. Diese neue Technologie ist schnell, bequem und ein großer Fortschritt bei der Sicherheit von Zahlungssystemen», so Payset Perspective 2024.
The Conversation publizierte derweil Anfang des Monats den Artikel «Mastercard plans to get rid of credit card numbers. We could be heading towards the end of cards» (Mastercard plant die Abschaffung von Kreditkartennummern. Wir könnten auf das Ende der Karten zusteuern). Darin heißt es:
«Die erste Einführung dieser nummernlosen Karten wird durch eine Partnerschaft mit der AMP Bank erfolgen, aber es wird erwartet, dass andere Banken in den kommenden 12 Monaten folgen werden.
‹Letztendlich könnte die Abschaffung der Kartennummern gegen die Abschaffung der Karten insgesamt verblassen. Das Mastercard Biometric Checkout Program macht es für Einzelhandelskunden überflüssig, eine physische Karte mit sich zu führen, und verlässt sich stärker auf die Biometrie, wobei die Verbraucher beispielsweise nur mit ihrem Gesicht oder mit der Hand bezahlen›, so Biometric Update am Dienstag.»
Kritische Stimmen wie das Online-Portal Naked Capitalism warnen allerdings, hier in ungebremste Euphorie zu verfallen (Transition News berichtete):
«Biometrische Daten sind die wertvollsten Daten überhaupt. Wenn sie gehackt werden, durchsickern oder auf andere Weise kompromittiert werden, ist der Schaden oft dauerhaft. Sie können Ihre Iris, Ihren Fingerabdruck oder Ihre DNA nicht ändern oder löschen, wie Sie ein Passwort ändern oder eine Kreditkarte sperren können.»
Vigilant News: Mastercard Intends to Replace Credit Cards with Biometrics by 2030 – 9. Februar 2025
https://transition-news.org/mastercard-will-bis-2030-16-stellige-nummer-auf-karten-abschaffen-und-durch