In einigen Landkreisen wird KI verwendet, um Regelverstöße im Umgang mit Biomüll zu identifizieren. Ab Mai gelten neue Vorschriften.
Die Mülltrennung ist ein fester Bestandteil des Alltags in Deutschland. Trotzdem fällt es vielen schwer, ihren Abfall korrekt zu trennen. Ab dem 1. Mai tritt eine Neuerung in der Bioabfallverordnung in Kraft, die den Anteil an Fremdstoffen und Kunststoff in Biomüll stark begrenzt. Verstöße können vielerorts zu härteren Kontrollen führen, schreibt die „Bild„.
Die bundesweite Umsetzung richtet sich nach den jeweiligen Landkreisen. So plant der Landkreis Esslingen den Einsatz von KI zur Überwachung der Bioabfalltonnen. „Mittelfristig ist es geplant, KI zur Kontrolle der Bioabfalltonnen einzusetzen und diejenigen Bürger, die sich nicht an die Vorgaben halten, so ermitteln zu können“, erklärte ein Kreissprecher.
KI-Kameras zur Erkennung von falscher Mülltrennung kosten bis zu 50.000 Euro
In Reutlingen wird bereits Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, um Biomüll auf Fremdstoffe zu überprüfen. Wird falscher Müll entdeckt, drohen Bußgelder von 60 bis 80 Euro (via „Der Westen“).
Die Kampagne „Plastikfreier Bioabfall! – Machen Sie mit“ zielt darauf ab, Bewohner zur korrekten Mülltrennung zu motivieren. KI-basierte Kamerasysteme an Müllwagen sollen Fremdstoffe im Biomüll erkennen. Die Kameras scannen die Biotonnen von oben und auch der Inhalt im Müllwagen wird erneut überprüft.
Mehr zur Müll-Kampagne in Reutlingen
Zunächst startete die Kampagne nur in Reutlingen. Ab Januar erhielten die Bewohner in einer ersten Phase Feedback von den Technischen Betriebsdiensten Reutlingen (TBR). Grüne Zettel an der Biotonne bedeuten korrekte Mülltrennung, gelbe Zettel weisen auf Fehler hin. Ab April bleibt falsch befüllter Müll entweder stehen oder es drohen Bußgelder.
Die neuen KI-Kameras kosten bis zu 50.000 Euro. Die Stadt Reutlingen hofft, dass die Bußgelder zur Finanzierung beitragen. Falsch befüllte Mülltonnen müssen nachsortiert oder gegen eine Gebühr von 60 bis 80 Euro extra geleert werden. Durch die Kampagne sollen Anwohner lernen, den Müll korrekt zu sortieren und so Kompostieranlagen vor dem Lahmlegen durch Plastikbeutel zu bewahren.
Weitere Regionen nutzen KI zur Müll-Kontrolle

Im Alb-Donau-Kreis werden im Herbst 2.100 Tonnen einer Sichtkontrolle unterzogen. Tonnen werden mit farbigen Anhängern markiert, um den Befüllungsstatus anzuzeigen.
Die Stadt Ulm kann Biotonnen digital sperren und erst nach Zahlung einer Strafe von 25 Euro wieder freischalten. Die „Bild“ berichtet, dass der Münchener Abfallwirtschaftsbetrieb ein Fahrzeug mit KI-basierter Kamera zur Fremdstoff-Erkennung testet.
In Böblingen kommen Detektoren in Müllfahrzeugen zum Einsatz, um versteckte Abfälle zu entdecken. Erfurt arbeitet schon lange mit einem Identsystem, das Müllvergehen verfolgt. Wiederholte Verstöße können zu einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro führen.
https://www.chip.de/nachrichten/verbraucher-news,122748/ab-dem-1-mai-gelten-neue-regeln-muell-suenden-werden-bereits-mit-ki-identifiziert_4f5a51e9-f99c-4fa3-bed4-7f089a06619c.html