4. April 2025

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USAID-Dokument enthüllt: digitale Identität kann als Werkzeug für Überwachung und Kontrolle eingesetzt werden

 

Vor wenigen Tagen war auf der Webseite von USAID ein Artikel mit dem Titel „How To: Create Digital ID for Inclusive Development“ abrufbar – ein Leitfaden, der sich auf die Schaffung digitaler Identitätssysteme konzentriert. Doch nun ist die Webseite nicht mehr erreichbar. Leider auch im Archiv nicht auffindbar. Ein Zufall? Oder sollte eine kritische Auseinandersetzung mit der digitalen ID-Agenda verhindert werden? Jedoch auf ictworks.org konnten wir die nötigen Informationen noch finden und sicher.

Auch liegt uns auch noch das offizielle PDF der USAID-Digitalstrategie 2024–2034 vor, das klare Antworten liefert. Was als Inklusionsprojekt verkauft wird, entpuppt sich als umfassende Infrastruktur zur totalen Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung. Hier die gesicherte Webseite. Das PDF am Ende des Artikels.

 

Offizielle Ziele: Fortschritt und Inklusion?

USAID und andere Organisationen preisen digitale Identitäten als Lösung für soziale Ungleichheit und wirtschaftliche Teilhabe. Die versprochenen Vorteile sind:

  • Zugang zu Bankkonten für Menschen ohne offizielle Papiere
  • Schnellere behördliche Dienstleistungen durch digitale Verifizierung
  • Effiziente Gesundheitsversorgung durch elektronische Patientenakten
  • Bessere humanitäre Hilfe durch präzisere Identitätsprüfung

Auf den ersten Blick klingt das nach einem sinnvollen Schritt in eine digitalisierte Zukunft. Doch eine tiefere Analyse der USAID-Strategie zeigt: Der wahre Zweck dieser Systeme ist nicht die Inklusion, sondern die totale Kontrolle.

 

Digitale ID

Die USAID-Strategie 2024–2034 offenbart zahlreiche problematische Aspekte, die belegen, dass digitale Identitätssysteme nicht für den Menschen, sondern für Regierungen und Konzerne geschaffen werden.

1. Überwachung durch digitale ID

Die Strategie fordert eine flächendeckende Einführung digitaler Identitätssysteme, die mit anderen Datenbanken verknüpft werden. Dadurch wird es möglich:

  • Bewegungen und Online-Aktivitäten genau zu verfolgen
  • Finanztransaktionen, Gesundheitsdaten und biometrische Informationen zentral zu speichern
  • Menschen anhand ihrer digitalen Spuren zu analysieren und zu bewerten

Ein solches System ermöglicht Regierungen, ihre Bürger lückenlos zu kontrollieren – jede Zahlung, jede medizinische Behandlung, jede Reise könnten getrackt und registriert werden.

 

2. Digitale ID als geopolitisches Werkzeug der USA

Die USAID-Strategie beschreibt digitale Identitäten als zentrale Säule der US-Außenpolitik. Dabei wird deutlich:

  • Digitale Identitäten werden als Druckmittel gegen Regierungen genutzt, die sich nicht dem westlichen System unterwerfen
  • Länder, die sich nicht an die digitalen Standards der USA halten, könnten wirtschaftlich isoliert werden
  • Die Kontrolle über digitale Infrastrukturen gibt den USA Zugriff auf sensible Daten weltweit

Diese Strategie erinnert an die wirtschaftlichen Sanktionen, mit denen die USA bereits Staaten wie Russland, Iran oder Venezuela bestrafen. Doch jetzt geht es nicht nur um Länder – auch Einzelpersonen könnten wirtschaftlich abgeschnitten werden, wenn sie nicht „systemkonform“ handeln.

 

3. Künstliche Intelligenz (KI) als globaler Überwachungsmechanismus

USAID setzt stark auf Big Data und KI, um digitale Identitätssysteme effizient zu verwalten. Dies bedeutet:

  • Automatische Überwachung von Bürgern in Echtzeit
  • Analyse von Social-Media- und Kommunikationsdaten zur „Gefahreneinschätzung“
  • Automatische Sanktionen für „auffälliges Verhalten“

Die Verknüpfung digitaler IDs mit KI-gestützten Überwachungssystemen könnte zu einer Situation führen, in der Menschen ohne Gerichtsverfahren als Bedrohung eingestuft und bestraft werden.

 

4. Finanzielle Kontrolle durch digitale Identität

Ein besonders brisantes Detail der USAID-Strategie ist die enge Verknüpfung digitaler IDs mit Bankkonten und digitalen Zahlungssystemen. Dadurch könnten Regierungen:

  • Zahlungen einfrieren oder blockieren, wenn eine Person als „unerwünscht“ eingestuft wird
  • Den Zugang zu Finanzdienstleistungen an bestimmte Verhaltensweisen koppeln
  • Bargeld abschaffen und eine vollständige Kontrolle über alle wirtschaftlichen Transaktionen erlangen

Dies öffnet die Tür für ein sozialkreditorientiertes Finanzsystem, bei dem Bürger nicht mehr frei über ihr eigenes Geld verfügen können. Wer die „falsche Meinung“ äußert oder sich politisch unliebsam verhält, könnte schlicht von wirtschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden.

 

Der wahre Zweck der digitalen ID

Wer profitiert wirklich von digitalen Identitäten? Die Antwort ist eindeutig: Nicht die Bürger, sondern Regierungen, Banken und Technologiekonzerne.

  • USAID präsentiert digitale Identitäten als Mittel zur sozialen Gerechtigkeit – doch in Wirklichkeit sind sie ein Instrument zur totalen Kontrolle.
  • Durch die Verknüpfung mit KI, Finanzsystemen und biometrischen Daten entsteht eine Welt, in der Freiheit nur noch ein Algorithmus ist.
  • Die USA nutzen digitale IDs, um geopolitische Macht auszuüben und wirtschaftlichen Einfluss auf Länder und Einzelpersonen zu gewinnen.

Bargeld verschwindet, Anonymität wird abgeschafft, und ein zentralisiertes digitales Identitätssystem könnte bald bestimmen, wer in der Gesellschaft Zugang zu Dienstleistungen, Geld und Grundrechten hat – und wer nicht.

Die Frage ist nicht mehr, ob digitale Identitätssysteme kommen – sondern wer sie kontrolliert und zu welchem Zweck.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: eine Zukunft der totalen Überwachung oder der Widerstand gegen ein System, das darauf abzielt, uns vollständig zu kontrollieren.

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Die wichtigsten Stellen aus der USAID-Digitalstrategie 2024–2034, die zeigen, dass digitale Identitätssysteme primär der Kontrolle dienen und nicht der Inklusion:

1. Digitale Identität als Werkzeug staatlicher Kontrolle

Auf Seite 37 wird die digitale Identität als eine Grundlage für die „digitale öffentliche Infrastruktur“ beschrieben. Regierungen und Organisationen können digitale Identitäten nutzen, um personenbezogene Daten zentral zu speichern und zu kontrollieren.

Zitat aus dem Dokument:

„Government actors can set up these systems to create foundational, national ID programs.“

Das bedeutet: Staaten haben die Kontrolle über digitale ID-Systeme, die als nationale Infrastruktur für Identitätsmanagement dienen. Dadurch kann die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben (Bankwesen, Gesundheitsversorgung, Reisen, Zahlungen) von der Zustimmung der Regierung abhängig gemacht werden.

 

2. Digitale Überwachung als Kernbestandteil

Auf Seite 37 wird offen von „digitaler Überwachung“ gesprochen:

„Digital surveillance refers to the use of digital technology to monitor the behavior or movement of people in public and private places.“

Hier wird bestätigt, dass Regierungen, private Unternehmen und Organisationen digitale Technologien gezielt zur Kontrolle und Einflussnahme auf Bürger einsetzen können.

 

3. Digitale Finanzkontrolle durch Identitätssysteme

Auf Seite 36 wird erwähnt, dass digitale Identitäten mit Zahlungssystemen und Bankkonten verknüpft werden. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass:

  • Bankkonten und Transaktionen überwacht werden können
  • Zahlungen blockiert oder eingefroren werden, wenn eine Person als „unerwünscht“ eingestuft wird
  • Finanzielle Teilhabe an digitale Konformität mit politischen oder sozialen Vorgaben gekoppelt wird

Damit könnte eine finanzielle Kontrollstruktur geschaffen werden, die kritische Bürger wirtschaftlich sanktioniert.

 

4. Künstliche Intelligenz (KI) als Überwachungsinstrument

Das Dokument betont den Einsatz von KI und Big Data zur Verhaltensanalyse.

„AI-powered surveillance systems and big data collection allow for monitoring and social control.“

Durch automatisierte Überwachungssysteme könnten Personen präventiv erfasst und bestraft werden, noch bevor sie gegen Gesetze verstoßen.

 

5. USAID als geopolitisches Steuerungsinstrument

Auf Seite 7 wird klar, dass digitale Identitäten nicht nur zur Entwicklungshilfe, sondern zur politischen Einflussnahme durch die USA genutzt werden.

Seite 39: „Digital governance clarifies who is responsible for the management and operation of digital services, including security and policy enforcement.“

Dies bedeutet: Die USA wollen über digitale Identitätssysteme globale Kontrollstrukturen etablieren.

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Das PDF der USAID:

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